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Häufige Fragen · Beschwerden

Darmpolypen
Erkennen und entfernen

Kurz gesagt

Darmpolypen sind Wucherungen der Darmschleimhaut, die meist keine Beschwerden machen. Manche können sich über Jahre zu Darmkrebs entwickeln. Bei der Darmspiegelung werden sie erkannt und in der Regel direkt entfernt. Das feingewebliche Ergebnis bestimmt, wann die nächste Kontrolle sinnvoll ist.

Darmpolypen sind Wucherungen der Darmschleimhaut, die in den Darm hineinragen. Sie sind häufig und treten mit zunehmendem Alter öfter auf. Die meisten Polypen sind gutartig und verursachen keine Beschwerden. Einige Arten können sich aber über viele Jahre zu Darmkrebs entwickeln. Genau hier setzt die Vorsorge an: Werden Polypen bei einer Darmspiegelung entdeckt und entfernt, wird diese Entwicklung unterbrochen.

Welche Polypen es gibt

  • Adenome: die häufigste Form mit Bedeutung für die Vorsorge. Sie gelten als Vorstufe von Darmkrebs, auch wenn nur ein kleiner Teil tatsächlich bösartig wird.
  • Serratierte Läsionen: oft flache, sägezahnartig aufgebaute Polypen, besonders im rechten Dickdarm. Sie können ebenfalls Vorstufen sein und sind manchmal schwer zu erkennen.
  • Hyperplastische Polypen: meist klein, vor allem im Enddarm, in der Regel harmlos.
  • Entzündliche Polypen: etwa bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Welche Art vorliegt, lässt sich verlässlich erst unter dem Mikroskop feststellen. Deshalb wird jeder entfernte Polyp feingeweblich untersucht.

Auch die Form spielt eine Rolle. Gestielte Polypen sitzen wie ein Pilz auf einem Stiel, breitbasige liegen flach auf der Schleimhaut. Flache Polypen sind schwerer zu entdecken und zu entfernen. Eine gute Darmreinigung und eine sorgfältige Untersuchung sind hier besonders wichtig.

Ursachen und Risikofaktoren

Polypen entstehen durch Veränderungen im Erbgut einzelner Schleimhautzellen, die sich dadurch stärker teilen. Das Risiko steigt mit dem Alter, besonders ab etwa 50 Jahren. Weitere Faktoren sind Darmkrebs oder Polypen bei nahen Verwandten, Übergewicht, Rauchen, wenig Bewegung, viel rotes und verarbeitetes Fleisch sowie regelmäßiger Alkoholkonsum. Selten liegen erbliche Erkrankungen vor, bei denen schon in jungen Jahren viele Polypen entstehen.

Wer bereits Polypen hatte, bildet etwas häufiger erneut welche. Deshalb sind Kontrolluntersuchungen sinnvoll. Ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko, kann Polypen aber nicht sicher verhindern. Die Vorsorge-Darmspiegelung bleibt deshalb wichtig.

Symptome

Die meisten Polypen machen keine Beschwerden. Größere Polypen können gelegentlich bluten oder Schleim absondern. Blut im Stuhl, sichtbar oder nur im Stuhltest nachweisbar, kann daher ein Hinweis sein. Sehr große Polypen führen in seltenen Fällen zu Verstopfung, Durchfall oder krampfartigen Bauchschmerzen. Auch eine Blutarmut durch langsamen, unbemerkten Blutverlust ist möglich. Weil Polypen meist unbemerkt bleiben, ist die Vorsorge-Darmspiegelung so wertvoll: Sie findet Veränderungen, bevor sie Beschwerden verursachen.

Zeitnah ärztlich abklären lassen sollten Sie Blut im Stuhl, eine anhaltende Veränderung Ihrer Stuhlgewohnheiten, eine Blutarmut oder ungewollten Gewichtsverlust.

Diagnose: die Darmspiegelung

In unserer Praxis beginnen wir mit einem ausführlichen Gespräch über Ihre Vorgeschichte, frühere Spiegelungen und Erkrankungen in der Familie. Die zuverlässigste Methode, Polypen zu finden, ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Eine gründliche Darmreinigung ist dafür entscheidend, denn nur bei klarer Sicht sind auch kleine und flache Polypen zu erkennen. Beim Zurückziehen des Endoskops betrachten wir die Schleimhaut Abschnitt für Abschnitt. Die Darmspiegelung erfolgt auf Wunsch im Kurzschlaf. Danach brauchen Sie eine Begleitperson für den Heimweg und dürfen am selben Tag nicht Auto fahren.

Wir arbeiten mit einem Endoskopie-System mit 4K-Bildtechnik. Zusätzlich unterstützt eine KI-gestützte Polypenerkennung die Untersuchung. Sie markiert auffällige Stellen auf dem Monitor, die Beurteilung trifft immer die Ärztin oder der Arzt. Mehr dazu lesen Sie unter Künstliche Intelligenz in der Endoskopie.

In besonderen Situationen, etwa wenn eine Darmspiegelung nicht möglich ist, kann eine Videokapsel den Dickdarm darstellen. Findet sie Polypen, ist für deren Entfernung trotzdem eine Darmspiegelung nötig.

Entfernung von Polypen

Polypen werden in der Regel direkt während der Darmspiegelung entfernt. Kleine Polypen trägt man mit einer feinen Zange oder einer Drahtschlinge ab. Größere werden zuvor mit Flüssigkeit unterspritzt und dann mit der Schlinge entfernt. Die Darmschleimhaut ist nicht schmerzempfindlich, die Entfernung selbst spüren Sie daher nicht. Auch größere Polypen tragen wir, wo möglich, ambulant ab. Komplikationen wie eine Nachblutung oder eine Verletzung der Darmwand sind selten. Nehmen Sie blutverdünnende Medikamente ein, klären wir vorab mit Ihnen, ob und wie lange sie pausiert werden sollten. Bitte setzen Sie solche Medikamente nicht eigenständig ab. In den Tagen nach einer Polypenentfernung kann etwas Blut im Stuhl auftreten. Bei stärkeren Blutungen, zunehmenden Bauchschmerzen oder Fieber melden Sie sich bitte umgehend, außerhalb unserer Erreichbarkeit beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder im Notfall unter 112. Wir besprechen mit Ihnen vorab, worauf Sie danach achten sollten. Allgemeine Hinweise finden Sie unter Nachsorge.

Kontrolle nach der Entfernung

Nach einigen Tagen liegt das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung vor. Davon hängt ab, wann die nächste Darmspiegelung sinnvoll ist. Entscheidend sind Anzahl, Größe und Art der Polypen sowie die Frage, ob sie vollständig entfernt wurden. Je nach Befund liegt der Abstand zwischen wenigen Jahren und zehn Jahren. Wir erklären Ihnen Ihren Befund und das empfohlene Intervall verständlich. Bewahren Sie den Befund gut auf, damit sich das Kontrollintervall auch Jahre später nachvollziehen lässt. Wie Polypen und Darmkrebs zusammenhängen, lesen Sie im Beitrag zu Darmkrebs.

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