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Häufige Fragen · Beschwerden

Helicobacter pylori
Diagnose und Behandlung

Kurz gesagt

Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das die Magenschleimhaut besiedelt. Es kann eine chronische Entzündung und Geschwüre verursachen und langfristig das Risiko für Magenkrebs erhöhen. Nachgewiesen wird es bei einer Magenspiegelung, mit einem Atemtest oder mit einem Stuhltest. Die Behandlung mit einer Kombination aus Antibiotika und Säurehemmer dauert meist 10 bis 14 Tage, danach wird der Erfolg kontrolliert.

Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das sich in der Schleimhaut des Magens ansiedeln kann. Es ist weltweit verbreitet. Auch in Deutschland trägt ein beträchtlicher Teil der Erwachsenen den Keim, ältere Menschen häufiger als jüngere. Die meisten Infizierten merken davon nichts. Trotzdem führt Helicobacter pylori immer zu einer Entzündung der Magenschleimhaut und kann Folgeerkrankungen auslösen. Eine nachgewiesene Infektion wird deshalb in der Regel behandelt.

Wie man sich ansteckt

Die Ansteckung erfolgt meist schon im Kindesalter, häufig innerhalb der Familie. Übertragen wird das Bakterium vermutlich von Mensch zu Mensch, über Speichel, Erbrochenes oder Stuhl. Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht bei engem Zusammenleben und eingeschränkten hygienischen Verhältnissen. In Deutschland ist die Verbreitung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Ohne Behandlung bleibt die Infektion in der Regel lebenslang bestehen. Helicobacter pylori überlebt im sauren Magen, weil es mit einem Enzym, der Urease, seine unmittelbare Umgebung neutralisiert.

Symptome und mögliche Folgen

Die Infektion selbst verursacht häufig keine Beschwerden. Manche Menschen haben Druck oder Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl, Übelkeit oder Aufstoßen. Bedeutsam sind vor allem die möglichen Folgen:

  • eine chronische Magenschleimhautentzündung (Typ-B-Gastritis)
  • Geschwüre im Magen oder Zwölffingerdarm, die bluten können
  • ein MALT-Lymphom, eine seltene Erkrankung des lymphatischen Gewebes im Magen
  • ein erhöhtes Risiko für Magenkrebs

Die meisten Menschen mit Helicobacter pylori entwickeln keine dieser Folgen. Die Behandlung senkt das Risiko für Geschwüre und Magenkrebs aber nachweislich.

Wann ein Test sinnvoll ist

Ein Test ist sinnvoll, wenn Sie anhaltende Oberbauchbeschwerden haben, wenn ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür bekannt ist, vor einer Dauertherapie mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder mit Acetylsalicylsäure, bei ungeklärter Blutarmut oder einem Vitamin-B12-Mangel und wenn nahe Angehörige an Magenkrebs erkrankt sind. Wird getestet, sollte bei einem positiven Ergebnis auch eine Behandlung folgen. Ohne Beschwerden und ohne besonderen Anlass ist ein Test in der Regel nicht nötig, auch nicht für alle Familienmitglieder einer betroffenen Person.

Zeitnah ärztlich abklären lassen sollten Sie Oberbauchbeschwerden mit Warnzeichen wie schwarzem Stuhl, ungewolltem Gewichtsverlust, Schluckbeschwerden oder anhaltendem Erbrechen. Bei Bluterbrechen oder Kreislaufproblemen rufen Sie 112.

So wird Helicobacter pylori nachgewiesen

In unserer Praxis beginnen wir mit einem ausführlichen Gespräch über Ihre Beschwerden, Ihre Medikamente und Ihre Familiengeschichte. Danach entscheiden wir, welcher Test am besten passt. Ist ohnehin eine Magenspiegelung geplant, werden die Proben dabei entnommen. Geht es nur um die Frage nach dem Bakterium und gibt es keine Warnzeichen, genügt häufig ein Atem- oder Stuhltest.

  • Bei der Magenspiegelung: Aus der Schleimhaut werden kleine Gewebeproben entnommen. Ein Urease-Schnelltest liefert oft schon nach kurzer Zeit ein Ergebnis, die feingewebliche Untersuchung zeigt zusätzlich, wie stark die Schleimhaut entzündet ist. Die Spiegelung ist vor allem bei Warnzeichen, im höheren Alter oder bei unklaren Beschwerden sinnvoll, weil sie gleichzeitig Geschwüre und andere Veränderungen erkennt.
  • Atemtest: Sie trinken eine Lösung mit markiertem Harnstoff. Ist Helicobacter vorhanden, lässt sich ein Spaltprodukt in der Ausatemluft messen.
  • Stuhltest: Er weist Bestandteile des Bakteriums im Stuhl nach.

Für zuverlässige Ergebnisse sollten Säurehemmer (Protonenpumpenhemmer) mindestens zwei Wochen und Antibiotika mindestens vier Wochen vor dem Test nicht eingenommen werden. Sonst kann der Test fälschlich negativ ausfallen. Bluttests auf Antikörper zeigen nur, dass irgendwann ein Kontakt mit dem Bakterium bestand. Sie eignen sich nicht, um eine aktive Infektion festzustellen. Wann die Ergebnisse vorliegen, lesen Sie unter Wann erhalte ich meinen Befund?

Behandlung

Die Behandlung heißt Eradikation, also die vollständige Beseitigung des Keims. Sie besteht aus einer Kombination von mehreren Antibiotika und einem Säurehemmer, häufig ergänzt um ein Bismutsalz. Die Therapie dauert meist 10 bis 14 Tage. Welche Kombination gewählt wird, hängt unter anderem von früheren Antibiotikabehandlungen, Allergien und Resistenzen ab. Mehrere Wirkstoffe sind nötig, weil Helicobacter pylori gegen einzelne Antibiotika zunehmend unempfindlich ist. Erst die Kombination mit einer starken Säurehemmung macht eine Beseitigung in den meisten Fällen möglich. Ist ein Geschwür bekannt, wird der Säurehemmer manchmal noch einige Zeit über das Therapieende hinaus weitergegeben.

  • Nehmen Sie die Medikamente vollständig und genau nach Plan ein, auch wenn die Beschwerden schon vorher abklingen.
  • Nebenwirkungen wie ein veränderter Geschmack, weicher Stuhl oder Übelkeit sind möglich. Sprechen Sie uns an, wenn sie stark sind.
  • Verzichten Sie während der Behandlung auf Alkohol, da er die Verträglichkeit einzelner Antibiotika verschlechtern kann.
  • Bismuthaltige Präparate färben den Stuhl häufig dunkel. Das ist harmlos. Im Zweifel melden Sie sich bitte.

Kontrolle nach der Behandlung

Ob die Behandlung erfolgreich war, wird frühestens vier Wochen nach Therapieende überprüft, meist mit einem Atem- oder Stuhltest. Säurehemmer sollten auch hier zwei Wochen vorher pausiert werden, sofern das ärztlich vertretbar ist. Bei einem Magengeschwür kann zusätzlich eine Kontrollspiegelung sinnvoll sein, um die Abheilung zu überprüfen. War die erste Behandlung nicht erfolgreich, gibt es weitere Therapieoptionen. Eine erneute Ansteckung ist bei Erwachsenen in Deutschland selten. Hinweise für die Zeit nach einer Untersuchung finden Sie unter Nachsorge.

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