Ihre Fachpraxis im Herzen von Bottrop

Termin vereinbaren

Ihre Fachpraxis im Herzen von Bottrop

Häufige Fragen · Beschwerden

Reizdarm
Symptome und Diagnostik

Kurz gesagt

Beim Reizdarmsyndrom bestehen über Monate Bauchschmerzen, Blähungen und veränderte Stuhlgewohnheiten, ohne dass sich eine organische Ursache findet. Die Beschwerden sind real, aber nicht gefährlich. Die Diagnose wird gestellt, wenn andere Erkrankungen ausgeschlossen sind. Danach helfen Ernährung, Bewegung und gezielte Medikamente vielen Betroffenen.

Das Reizdarmsyndrom ist eine der häufigsten Erkrankungen des Verdauungstrakts. Betroffene haben über lange Zeit Bauchschmerzen, Blähungen und veränderte Stuhlgewohnheiten, ohne dass sich bei den Untersuchungen eine Entzündung, ein Tumor oder eine andere fassbare Ursache findet. Die Beschwerden sind echt und können den Alltag stark belasten. Sie sind aber nicht gefährlich und führen nicht zu Krebs oder anderen schweren Folgeerkrankungen.

Typische Symptome

Nach der aktuellen deutschen Leitlinie liegt ein Reizdarmsyndrom vor, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: Die Beschwerden bestehen länger als drei Monate, sie werden auf den Darm bezogen und gehen meist mit Veränderungen des Stuhlgangs einher, und sie beeinträchtigen die Lebensqualität spürbar. Zugleich müssen andere Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden verursachen, ausgeschlossen sein.

Je nach vorherrschender Stuhlform unterscheidet man einen Reizdarm mit überwiegend Durchfall, einen mit überwiegend Verstopfung und einen Mischtyp. Häufig sind außerdem:

  • krampfartige oder ziehende Bauchschmerzen, die sich nach dem Stuhlgang oft bessern
  • ein aufgetriebener Bauch und Blähungen, besonders im Laufe des Tages
  • Schleimbeimengungen im Stuhl
  • das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleert zu haben

Viele Betroffene berichten zusätzlich über Beschwerden außerhalb des Darms, etwa Müdigkeit, Rückenschmerzen oder ein Völlegefühl im Oberbauch. Der Verlauf ist oft wechselhaft, mit besseren und schlechteren Phasen.

Ursachen

Eine einzelne Ursache gibt es nicht. Nach heutigem Wissen wirken mehrere Faktoren zusammen. Bei vielen Betroffenen reagiert der Darm empfindlicher auf Dehnung, etwa durch normale Gasmengen. Fachleute nennen das viszerale Hypersensitivität. Auch die Bewegungen des Darms können verändert sein. Eine wichtige Rolle spielt die enge Verbindung zwischen Darm und Gehirn, die sogenannte Darm-Hirn-Achse. Stress und seelische Belastung verursachen den Reizdarm nicht allein, können die Beschwerden aber verstärken.

Bei manchen Menschen beginnt der Reizdarm nach einer akuten Magen-Darm-Infektion. Außerdem werden Veränderungen der Darmflora, eine leichte Aktivierung des Immunsystems in der Darmwand und Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsbestandteile als Mitursachen diskutiert.

Wann zum Arzt?

Viele Betroffene suchen zunächst wegen wiederkehrender Bauchschmerzen Rat. Wenn Sie über Wochen wiederkehrende Bauchbeschwerden und veränderte Stuhlgewohnheiten haben, lassen Sie das ärztlich abklären. Die Diagnose Reizdarm sollte erst gestellt werden, wenn andere Ursachen sorgfältig ausgeschlossen sind.

Zeitnah sollten Sie sich melden, wenn Warnzeichen auftreten: Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber, Beschwerden, die Sie nachts wecken, eine Blutarmut, ein Beginn der Beschwerden nach dem 50. Lebensjahr oder Darmkrebs und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen in der Familie. Solche Zeichen passen nicht zu einem Reizdarm und brauchen eine weitere Abklärung.

So gehen wir in der Praxis vor

In unserer Praxis beginnen wir mit einem ausführlichen Gespräch, denn beim Reizdarm ist die Krankengeschichte besonders aussagekräftig. Wir fragen nach Art und Verlauf der Beschwerden, nach Ernährung, Medikamenten, belastenden Lebensphasen und Vorerkrankungen. Bringen Sie gern Vorbefunde mit. Gemeinsam planen wir eine Diagnostik, die so gründlich wie nötig und so schonend wie möglich ist. Häufig sind folgende Untersuchungen sinnvoll:

  • Blutuntersuchungen: unter anderem Blutbild, Entzündungswerte, Schilddrüsenwerte und Antikörper zum Ausschluss einer Zöliakie.
  • Stuhluntersuchungen: Calprotectin als Hinweis auf eine Entzündung im Darm, bei Durchfall auch auf Krankheitserreger.
  • Ultraschall des Bauches: zur Beurteilung von Darmwand, Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse.
  • Darmspiegelung: bei Warnzeichen, bei anhaltendem Durchfall mit Gewebeproben, um eine mikroskopische Kolitis auszuschließen, und ab dem Vorsorgealter.
  • Magenspiegelung: wenn zusätzlich Beschwerden im Oberbauch bestehen oder eine Zöliakie gesichert werden soll.

Welche dieser Untersuchungen in Ihrem Fall nötig sind, hängt von Alter, Beschwerdebild und Vorbefunden ab. Oft entlastet schon das Wissen, dass keine gefährliche Erkrankung hinter den Beschwerden steckt.

Nicht jede Untersuchung muss wiederholt werden. Liegen aktuelle, unauffällige Befunde vor, berücksichtigen wir sie. Wichtig ist, dass die Diagnose auf einer soliden Grundlage steht, damit Sie nicht über Jahre von Untersuchung zu Untersuchung gehen. Verändert sich das Beschwerdebild später deutlich, sehen wir erneut genau hin.

Behandlung und was Sie selbst tun können

Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden, die Sie am meisten belasten. Bei vielen Betroffenen helfen:

  • regelmäßige Mahlzeiten in Ruhe und ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch
  • lösliche Ballaststoffe wie Flohsamenschalen, die sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall den Stuhl regulieren können
  • eine FODMAP-arme Ernährung für einige Wochen, bei der bestimmte vergärbare Zucker reduziert werden. Sie sollte mit einer Ernährungsfachkraft geplant werden, damit die Kost ausgewogen bleibt.
  • regelmäßige Bewegung und Ausgleich bei Stress

Probiotika, also Präparate mit lebenden Bakterien, können bei manchen Betroffenen Blähungen und Schmerzen lindern. Es lohnt sich, ein Präparat einige Wochen zu testen und es bei fehlender Wirkung wieder abzusetzen. Bei krampfartigen Beschwerden wird auch Pfefferminzöl eingesetzt. Das Beschwerdetagebuch hilft, persönliche Auslöser zu erkennen und den Erfolg einzelner Maßnahmen zu beurteilen.

Ergänzend gibt es Medikamente gegen Krämpfe, Durchfall oder Verstopfung. Auch eine darmbezogene Hypnose und psychotherapeutische Verfahren haben in Studien gute Effekte gezeigt. Ziel ist eine spürbare Linderung und mehr Lebensqualität. Oft braucht es etwas Geduld, bis die passende Kombination gefunden ist.

Wir sind für Sie da

Der erste Schritt?
Ein Gespräch.

Ob Vorsorge, Beschwerden oder eine Frage zu Ihrem Termin:
Wir helfen Ihnen gerne weiter.

So finden Sie uns

Gastroenterologie Bottrop

Südring-Center-Promenade 2
46242 Bottrop

Route planen

Kostenlose Parkplätze am Standort