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Häufige Fragen · Beschwerden

Magenschmerzen
Ursachen und Untersuchung

Kurz gesagt

Hinter Magenschmerzen stecken häufig ein Reizmagen, eine Magenschleimhautentzündung oder eine Infektion mit Helicobacter pylori. Halten die Beschwerden länger als zwei bis drei Wochen an oder treten Warnzeichen auf, ist eine Abklärung sinnvoll. Die wichtigste Untersuchung ist die Magenspiegelung mit Gewebeproben.

Magenschmerzen spüren die meisten Menschen im Oberbauch, also zwischen Rippenbogen und Bauchnabel. Sie können drückend, brennend, krampfartig oder stechend sein, vor oder nach dem Essen auftreten und von Völlegefühl, Übelkeit oder Aufstoßen begleitet werden. Nicht jeder Schmerz in dieser Region kommt tatsächlich vom Magen. Auch Speiseröhre, Zwölffingerdarm, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse oder sogar das Herz können Beschwerden im Oberbauch auslösen.

Typische Ursachen

  • Reizmagen (funktionelle Dyspepsie): die häufigste Ursache wiederkehrender Oberbauchbeschwerden. Der Magen ist organisch gesund, reagiert aber empfindlich auf Dehnung, Säure oder bestimmte Speisen.
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis): eine Entzündung der Magenschleimhaut, zum Beispiel durch Schmerzmittel, Alkohol oder Bakterien. Mehr dazu im Beitrag zur Magenschleimhautentzündung.
  • Helicobacter pylori: ein Bakterium, das sich im Magen ansiedelt und eine chronische Entzündung sowie Geschwüre verursachen kann. Ausführliche Informationen finden Sie unter Helicobacter pylori.
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür: ein Defekt in der Schleimhaut, oft mit Schmerzen, die sich nüchtern oder nachts verstärken.
  • Refluxkrankheit: Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre, häufig mit Sodbrennen.
  • Medikamente: vor allem Schmerz- und Rheumamittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure, aber auch manche Antibiotika oder Eisenpräparate.

Außerhalb des Magens kommen Gallensteine in Frage, die typischerweise krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch nach fettem Essen auslösen, und eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, oft mit gürtelförmigen Schmerzen. Seltener stecken Tumoren hinter anhaltenden Magenbeschwerden.

Beim Reizmagen unterscheiden Fachleute zwei Formen. Bei der einen stehen Völlegefühl und ein frühes Sättigungsgefühl nach dem Essen im Vordergrund, bei der anderen Schmerzen oder Brennen im Oberbauch, die auch unabhängig von Mahlzeiten auftreten. Beide Formen sind unangenehm, aber nicht gefährlich. Die Diagnose stützt sich darauf, dass bei der Untersuchung keine Veränderungen zu finden sind, die die Beschwerden erklären.

Wann zum Arzt?

Kurzzeitige Magenschmerzen nach einem schweren Essen oder bei einem Infekt verschwinden meist von selbst. Halten die Beschwerden länger als zwei bis drei Wochen an oder kehren sie immer wieder, sollten Sie sie ärztlich abklären lassen. Das gilt auch, wenn Sie regelmäßig Schmerzmittel einnehmen und dabei Beschwerden im Oberbauch bemerken.

Zeitnah sollten Sie sich bei Warnzeichen melden: schwarzer Stuhl, Erbrechen von Blut oder kaffeesatzartigem Material, Schluckbeschwerden, ungewollter Gewichtsverlust, anhaltendes Erbrechen, eine Blutarmut oder neu aufgetretene Beschwerden im höheren Lebensalter. Plötzliche, heftige Oberbauchschmerzen, ein bretthart gespannter Bauch oder Schmerzen mit Druck auf der Brust, Atemnot und Schweißausbruch sind ein Notfall. Rufen Sie dann sofort 112.

So gehen wir in der Praxis vor

In unserer Praxis beginnen wir mit einem ausführlichen Gespräch. Wir möchten wissen, wo genau der Schmerz sitzt, wie er sich anfühlt, ob er mit dem Essen zusammenhängt, welche Medikamente Sie einnehmen und ob in Ihrer Familie Magenerkrankungen vorgekommen sind. Danach untersuchen wir Sie körperlich. Bringen Sie bitte eine Liste aller Medikamente mit, auch der frei verkäuflichen und der Nahrungsergänzungsmittel, dazu vorhandene Befunde und Laborwerte. Wenn Sie bereits Säurehemmer einnehmen, sagen Sie uns das bitte vorab, denn das ist für die Planung eines Helicobacter-Tests wichtig.

Je nach Alter, Beschwerdebild und Warnzeichen besprechen wir mit Ihnen den nächsten Schritt. Bei jüngeren Menschen ohne Warnzeichen kann zunächst ein Test auf Helicobacter pylori und ein Behandlungsversuch sinnvoll sein. Bei Warnzeichen, anhaltenden Beschwerden oder fehlender Besserung empfehlen wir eine Spiegelung.

Welche Untersuchungen helfen

Die wichtigste Untersuchung ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Mit einem dünnen, beweglichen Endoskop betrachten wir Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm. Entzündungen, Geschwüre und andere Veränderungen werden direkt sichtbar. Kleine Gewebeproben zeigen, ob eine Gastritis oder eine Helicobacter-Infektion vorliegt. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und erfolgt auf Wunsch im Kurzschlaf. Danach brauchen Sie eine Begleitperson für den Heimweg und dürfen am selben Tag nicht Auto fahren.

Ein Ultraschall des Bauches ergänzt die Spiegelung, weil er Gallenblase, Gallenwege, Leber und Bauchspeicheldrüse zeigt. Bleiben Fragen zur Bauchspeicheldrüse oder zu den Gallenwegen offen, kann eine Endosonographie weiterhelfen. Dabei stellt ein kleiner Ultraschallkopf an der Spitze des Endoskops diese Organe aus nächster Nähe dar. Diese Untersuchung führen wir ambulant in unserer Praxis durch, was sonst häufig nur im Krankenhaus angeboten wird.

Blutuntersuchungen ergänzen die Diagnostik. Ein Blutbild zeigt etwa, ob eine Blutarmut vorliegt, die auf einen unbemerkten Blutverlust hinweisen kann. Leber-, Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwerte helfen, Ursachen außerhalb des Magens einzugrenzen.

Was Sie selbst tun können

  • Essen Sie kleinere Portionen in Ruhe und meiden Sie sehr späte, fettreiche Mahlzeiten.
  • Beobachten Sie, ob Kaffee, Alkohol, scharfe Speisen oder Nikotin Ihre Beschwerden verstärken.
  • Nehmen Sie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac nicht über längere Zeit ohne ärztliche Rücksprache ein.
  • Führen Sie ein kurzes Tagebuch über Zeitpunkt, Art und mögliche Auslöser der Schmerzen.
  • Stress kann Magenbeschwerden verstärken. Regelmäßige Pausen, Bewegung und ausreichend Schlaf wirken sich bei vielen Menschen günstig aus.

Säurehemmende Mittel aus der Apotheke können kurzfristig lindern. Wenn Sie sie länger als zwei Wochen brauchen, sollte die Ursache ärztlich geklärt werden. Diese Mittel können Beschwerden überdecken und sollten vor einem Test auf Helicobacter pylori pausiert werden, da das Ergebnis sonst falsch ausfallen kann. Sprechen Sie das Vorgehen am besten mit uns ab.

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Gastroenterologie Bottrop

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